Bücher · Alltag mit Beilage

Cover: Alltag mit Beilage – Matthias Höhne

Humorvolle Alltagsgeschichten, frisch serviert von der Ostsee

Alltag mit Beilage

Matthias Höhne

Taschenbuch · 232 Seiten · 13,00 € · E-Book 4,99 € · ISBN 978-3-6967-4004-7

Erscheint in Kürze – nach Veröffentlichung überall im Buchhandel bestellbar.

Über das Buch

Gelebte Geschichten mit trockenem Humor – ehrlich, schräg und mitten aus dem Leben. Wenn das Leben das Hauptgericht ist, sind das die Beilagen.

Leseprobe

Das Vorwort und zwei Auszüge

Vorwort

Dieses Buch bietet Ihnen keinen Mehrwert.

Ja, Sie haben richtig gelesen – keinen.

Keine Weltbilderweiterung, keine Persönlichkeitsentwicklung und garantiert kein Vorteil bei der Steuererklärung. Aber es liegt gut in der Hand und riecht verdächtig nach guter Laune. Und das ist heutzutage beinahe Luxus. Zudem weckt es die Lebensgeister ohne Rücksicht auf Verluste – wie ein doppelter Espresso nach einer schlaflosen Nacht. Manche Leser berichten sogar von unkontrolliertem Kichern und dem bösen Verdacht, selbst die Hauptfigur zu sein.

Ich verspreche Ihnen: Probleme lösen wir hier nicht, sondern umschiffen sie höchstens mit ein wenig Charme, ganz ohne moralischen Zeigefinger, dafür mit reichlich Selbstironie.

Diese Geschichten sind wie ein Lieblingssofa: Man fällt hinein, macht es sich bequem und bleibt länger sitzen, als man anfänglich wollte. Sie handeln von den kleinen Verrücktheiten des Lebens, erlebt von einem, der mit seiner Frau Jutta und Hündin Toti an der Ostsee den Ruhestand probt und dabei erstaunlich oft scheitert. Es geht um Missverständnisse, menschliche Eigenheiten und Momente, in denen man sich fragt:

„Wie bin ich eigentlich hier reingeraten?“

Also, gönnen Sie sich eine Entspannungspause, legen Sie Ihre To-do-Listen beiseite und genießen Sie einen Augenblick nur für sich.

Auszug

Diäten

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber mein Körper hat ein Gedächtnis wie ein Elefant. Nur dass sich meiner nicht an Namen oder Geburtstage erinnert, sondern ausschließlich an jede einzelne Kalorie der letzten drei Jahrzehnte. Und zwar penibel. Lückenlos. Geradezu rachsüchtig. Es reicht ein beiläufiger Gedanke an meine Lieblingsspeisen oder eine nostalgische Erinnerung an den Duft frisch gebackener Brötchen – peng, ist der Gürtel wieder ein Loch weiter draußen. Das ist wissenschaftlich nicht belegbar, dafür aber durch Jahrzehnte streng empirisch überprüft, mit mir selbst als Versuchsobjekt.

Mit den Gesetzen der Natur steht mein Stoffwechsel auf Kriegsfuß. Er ignoriert Kalorienangaben und Ernährungspläne und macht einfach, was er will. Während normale Menschen gute und schlechte Tage haben, schaltet mein Körper stur zwischen zwei Modi hin und her: halbwegs funktionsfähig und Totalausfall. Eine Übergangsphase ist schlicht nicht vorgesehen. Sämtliche Tipps aus Ratgebern prallen an diesem biochemischen Eigensinn wirkungslos ab. So bleibt mir am Ende meist nur die Erkenntnis, dass Gegenwehr zwecklos ist und ein zweiter Kaffee auch nicht mehr hilft. Auf jedes Wellental folgt bei mir unweigerlich ein Wellenberg. Und in besonders dramatischen Momenten überlagern sich zwei solcher Berge zu einer Monsterwelle mit erheblicher Sprengkraft. Am Hosenbund. Da spannt sich dann der Stoff wie die Takelage meines Segelboots kurz vorm Kippen.

Und während ich also versuche, mich mit Salatblättern, Joghurtdressing und eiserner Selbstverleugnung über Wasser zu halten, murmelt mein Körper nur: „Nett gemeint, aber das ist nicht das, was du wirklich magst, stimmt’s?“ …

Auszug

Sanddorn

Haben Sie schon einmal versucht, Ihre Finger von Sekundenkleber zu befreien? Kleber, der die Haut wie mit einem imaginären Schraubstock zusammenhält? Dieses Gefühl der puren Fassungslosigkeit, wenn man auf die eigenen, bewegungsunfähigen Finger starrt, gepaart mit der bitteren Erkenntnis, dass sich die Hände nur noch mit roher Gewalt voneinander trennen lassen? Erst kommt Panik, dann Wut und schließlich die philosophische Frage: Warum zur Hölle macht man so was überhaupt?

Und genau an diesem Punkt begann meine Beziehung zum Sanddorn.

Die Hauspflanze des Norddeutschen. Die gelbe Ampel der Wildgewächse. Die botanische Verkörperung von „Ich warne dich, fass mich bloß nicht an“.

Schon der Name Hippophae rhamnoides lässt nichts Gutes ahnen. Klingt wie eine Mischung aus Erkältungssirup und einem homöopathischen Mittel gegen Stimmungsschwankungen. Und so in etwa ist’s auch. Der Sanddorn ist ein Überlebenskünstler erster Güte, ein Naturbursche mit der inneren Härte eines Betonpfeilers. Er wächst dort, wo selbst Unkraut chancenlos ist: auf sandigem Boden, in Windkanälen, an Küsten, auf Hängen, die schon lange keine Hoffnung mehr gesehen haben. Er braucht kaum Wasser, aber eine gute Portion Trotz. Seine Wurzeln sind so tief und fest, dass ein mittlerer Orkan vor ihm ehrfürchtig die Mütze zieht und lieber noch mal im Fitnessstudio vorbeischaut. …

„Die Küche roch nach einem Gemisch aus Zitrus, Insekt und Reue.“

Aus „Sanddorn“

Inhaltsverzeichnis

I. Nur mal gucken

  1. 1 Freizeitstress
  2. 2 Sanddorn
  3. 3 CarPlay

II. Wie alles anfing

  1. 4 Klavier
  2. 5 Vorstellungsrunden
  3. 6 Kraftbrühe
  4. 7 Kluge Menschen
  5. 8 Wasser & Wein
  6. 9 Kauderwelsch
  7. 10 Diäten

III. Familie, Freunde und andere Naturgewalten

  1. 11 Freunde
  2. 12 Heinz
  3. 13 Korneslust
  4. 14 Dicke
  5. 15 Schwiegertiger
  6. 16 Ballermann
  7. 17 Träumer
  8. 18 Bürgermeister
  9. 19 Adoptionen
  10. 20 Tubenleidenschaften

IV. Ruhestand mit Seeblick

  1. 21 Menschen
  2. 22 Toti
  3. 23 Garten
  4. 24 Wohnmobil für Anfänger
  5. 25 Zahngeschichten
  6. 26 Kaffeekult
  7. 27 Luxus
  8. 28 Montagsruhe
  9. 29 Lieblingsstücke
  10. 30 Social Media
  11. 31 Beton & Asphalt
  12. 32 Kinder

Über den Autor

Matthias Höhne

Matthias Höhne erzählt mit einem Augenzwinkern vom ganz normalen Wahnsinn des Alltags, in Geschichten, bei denen man laut lacht und sich heimlich darin wiedererkennt.

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